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Verständnis für Unternehmer in der Klemme wird immer seltener

Von Shiva de Winter · 27. Juli 2021

Ursprünglich auf LinkedIn veröffentlicht am 27. Juli 2021 · von Shiva de Winter, De WaterExpert.

Zum großen Entsetzen vieler Unternehmer und Festivalbesucher zog das Kabinett den Stecker aus dem Festivalsommer 2021. Fassungslos, enttäuscht und natürlich auch ein wenig frustriert reagierte Lowlands-Direktor Eric van Eerdenburg mit deutlichen Worten auf die ungeimpften 40-, 50- und 60-Jährigen, die auf der Intensivstation landen. Sie sind laut Van Eerdenburg die verletzliche Zielgruppe, um die sich das Gesundheitswesen sorgt und wegen der die Niederlande erneut in den Lockdown gehen.

Von allen Seiten wird er angegriffen und kritisiert. Wie egoistisch und naiv er sei, dass er bei diesen Zahlen glaubte, ein Festival dieser Größenordnung durchführen zu können und einfach den Ungeimpften die Schuld zu geben. Wie ungerechtfertigt ist es eigentlich, solche Aussagen zu treffen? Es war der geschäftsführende Minister De Jonge, der meldete, dass noch 3 Millionen Erwachsene ungeimpft seien. Größtenteils aus eigener Entscheidung – und das ist auch ihr gutes Recht. Die Politik des Panikfußballs sorgt zudem dafür, dass Unternehmer frustriert werden, wenn nur Panikfußball gespielt wird.

Wenn ich mir die Reaktionen auf meinen Kampf für die Wiederaufnahme des Schwimmunterrichts ansehe, wurde auch ich mit jeder Menge Unverständnis konfrontiert. „Mein Kind muss Sport treiben und sitzt nur still herum, diese Kinder können ruhig ein bisschen warten.“ Und: „Es liegen Menschen im Krankenhaus, und du fängst über Schwimmunterricht an – lass sie das erst lösen, bevor solche Dinge Priorität haben.“ Meine vorgebrachten Argumente, etwa die Zunahme der Ertrinkungsfälle bei Kindern und die notwendige verschärfte active lifeguard supervision aufgrund des Mangels an Schwimmzeiten, treffen leider ziemlich zu.

Der Ball liegt in Den Haag, doch leider können die politischen Entscheidungsträger mit den Konsequenzen auf Mikroebene nichts anfangen. Auf Makroebene läuft es durchaus. Natürlich, in groben Zügen haben sie es im Griff. „Entschuldigung, wir haben zu früh geöffnet.“ Es sind die Unternehmer und Veranstalter, die das Land letztlich am Laufen halten. Ob es nun ein Festival ist, ein Gastronomiebetrieb oder Schwimmunterricht für Kinder.

Am Ende muss es organisiert werden, und das letzte Wort liegt in Den Haag. Was passiert, wenn Den Haag die Schwimmbäder grundlos wieder schließt? Dann bin ich der Erste, der den Mund aufmachen wird. Ein Unternehmer und Veranstalter muss für seine oder ihre Sache eintreten und darf sich nicht abservieren lassen.

Die Lösung muss in einer besseren Zusammenarbeit zwischen Branchen und Entscheidungsträgern gesucht werden. Das Kabinett ist lediglich die ausführende und steuernde Instanz, die die Entscheidungsträger die Arbeit machen lässt. Das OMT und das RIVM beraten, aber wenn der gesellschaftliche Druck zu hoch wird, hoppla. Ich hoffe, dass es mehr Respekt für die organisierenden Unternehmer und Berufskollegen geben wird, die von der etablierten Ordnung in Den Haag abhängig sind.

Wenn niemand mehr etwas organisiert, bis Corona von der Welt verschwunden ist, warten wir bis Ende 2022. Erst danach merkt jeder, dass Corona nie ganz verschwinden wird und dass wir alle lernen müssen, damit zu leben. Ich hoffe doch nicht, dass Unternehmer das im Sinn haben. Dann sprechen wir nämlich nicht nur über Sicherheit, sondern auch über soziales Wohlergehen und – breiter betrachtet – gesellschaftliche Bedeutung. Ich habe das jedenfalls nicht vor.

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