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Van Nispen und Mohandis rücken die Schwimmsicherheit ins Rampenlicht: die Wirkung der angenommenen Anträge.

Von Shiva de Winter · 12. September 2025

Ursprünglich auf LinkedIn veröffentlicht am 12. September 2025 · von Shiva de Winter, De WaterExpert.

Die Zweite Kammer hat kürzlich mehrere Anträge von Michiel van Nispen (SP) und Mohammed Mohandis (PvdA) angenommen, die unmittelbar die Zukunft der Schwimmsicherheit und des Schwimmunterrichts in den Niederlanden betreffen. Damit stehen Themen wie Schulschwimmen, der Zugang zu Schwimmkursen und der Erhalt von Schwimmbädern wieder ganz oben auf der politischen Tagesordnung.

Für die Nederlandse Stichting Water- & Zwemveiligheid (NSWZ) ist das eine ermutigende Entwicklung. Seit Jahren beobachten wir die wachsende Ungleichheit bei den Schwimmfähigkeiten und den zunehmenden Druck auf Schwimmbäder und Schwimmschulen. Mit unserem 10-Punkte-Plan haben wir deshalb einen Fahrplan für nachhaltige Verbesserungen entwickelt. Die angenommenen Anträge decken sich in wesentlichen Punkten damit, zeigen aber auch, wo noch Lücken bleiben.


Eine gesellschaftliche Dringlichkeit

Die Niederlande sind ein Land am und im Wasser. Von Grachten und Gräben über Badeseen bis zur Nordsee: Wasser ist überall. Und dennoch ist Schwimmen längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Zahlen belegen, dass Kinder aus einkommensschwachen Familien zwölfmal so häufig kein Schwimmdiplom besitzen wie Kinder aus höheren Einkommensgruppen. Dieser Unterschied ist gewaltig und erhöht das Risiko von Unfällen und Ertrinken.

Gleichzeitig geraten immer mehr Schwimmbäder durch hohe Kosten oder drohende Schließungen unter Druck. Kommunen kämpfen mit der Finanzierung, während private Schwimmschulen mit steigenden Kosten zu tun haben und oft keinen Zugang zu Fördermitteln erhalten. Die Folge ist ein Flickenteppich an Angeboten, bei dem der Geburtsort darüber entscheidet, ob man sicher schwimmen lernt oder nicht.

Gerade um diese Ungleichheit zu durchbrechen, sind die Anträge von Van Nispen und Mohandis so wichtig. Sie weisen den Weg zu einer nachhaltigeren Schwimmsicherheitspolitik und knüpfen an den Appell der NSWZ an, den Schwimmunterricht wieder zu einer Grundversorgung zu machen.


Schulschwimmen: keine Nostalgie, sondern Notwendigkeit

Der am meisten diskutierte Antrag betrifft die Rückkehr des Schulschwimmens. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine altmodische Wiedereinführung, sondern um eine clevere Variante auf Grundlage der Studie Schoolslag in perspectief.

Diese Studie zeigte, dass Schulschwimmen Ungleichheit verringern kann – vorausgesetzt, es wird gut umgesetzt. Die Kammer entscheidet sich nun für eine Kombination aus zwei Szenarien:

Kinder ohne A-Diplom in der 6. Klasse erhalten Schwimmunterricht außerhalb der Schulzeit, organisiert durch die Kommunen.

  • Schulen organisieren Schwimmtermine, um festzustellen, welche Kinder noch kein Schwimmdiplom haben.

  • Das bedeutet, dass wir gezielt gefährdete Gruppen erreichen, ohne das gesamte Unterrichtsprogramm umkrempeln zu müssen. Für die NSWZ ist das ein Schritt, der gut zu unserer Forderung nach einem gesetzlichen Schwimmunterrichts-Anspruch passt: strukturell Zeit und Raum zum Schwimmenlernen schaffen, damit finanzielle oder organisatorische Hürden verschwinden.

    So wird das Schulschwimmen keine nostalgische Rückkehr in alte Zeiten, sondern ein modernes Instrument zur Förderung von Chancengleichheit.


    Schwimmbäder: das Fundament der Schwimmsicherheit

    Ein zweiter wichtiger Antrag fordert die Regierung auf, einen Plan zu erarbeiten, um öffentliche Schwimmbäder in öffentlicher Hand zu halten. Damit soll die Verfügbarkeit von Schwimmwasser besser gesichert werden.

    Das ist von zentraler Bedeutung, denn ohne ausreichend Bäder ist jeder Plan wirkungslos. Dennoch warnt die NSWZ vor einer einseitigen Betrachtung: Nicht nur öffentliche, sondern auch private Anbieter sind unverzichtbar. In vielen Regionen bestreiten sie den Großteil des Schwimmunterrichts. Ihre Rolle muss anerkannt werden, und sie verdienen faire Spielregeln – auch beim Zugang zu Fördermitteln oder bei der Unterstützung angesichts hoher Energie- und Mietkosten.

    Darüber hinaus wird eine kommunale Fürsorgepflicht für Schwimmbäder untersucht. Das kann eine strukturelle Absicherung schaffen, doch auch hier gilt: Der Austausch mit allen anerkannten Anbietern – öffentlich und privat – ist entscheidend. Nur so kann vor Ort ein vollständiges und faires Angebot entstehen.


    Zugänglichkeit: niemand bleibt außen vor

    Ein weiterer angenommener Antrag legt fest, dass alle Kommunen Kindern aus einkommensschwachen Familien Schwimmunterricht anbieten müssen. Damit wird eine wichtige Hürde beseitigt.

    Doch darin steckt auch ein Risiko: Kommunale Regelungen sind oft zersplittert und von lokalen Prioritäten abhängig. Eltern müssen sich durch komplizierte Verfahren kämpfen, und nicht jede Kommune stellt dieselben Mittel bereit.

    Deshalb plädiert die NSWZ für die Einrichtung eines Nationalen Schwimmunterrichtsfonds. Das sorgt für Klarheit, Einfachheit und Sicherheit. Eltern wissen dann immer, woran sie sind – unabhängig davon, in welcher Kommune sie wohnen.


    Wo die Anträge noch zu kurz greifen

    Auch wenn die angenommenen Anträge einen wichtigen Schritt nach vorn bedeuten, bleiben Themen unberücksichtigt, die für eine umfassende Schwimmsicherheitspolitik unverzichtbar sind. Unser 10-Punkte-Plan weist ausdrücklich auf Folgendes hin:

    Die Qualität des Schwimmunterrichts: Kinder müssen nicht nur Diplom-Übungen lernen, sondern auch wirklich auf unerwartete Situationen vorbereitet werden, zum Beispiel im offenen Gewässer.

  • Der Mangel an Schwimmlehrkräften: Ohne ausreichend Fachkräfte bricht jede Politik in sich zusammen. Investitionen in Ausbildung, Bezahlung und Wertschätzung sind unverzichtbar.

  • Die Begrenzung der Kostensteigerungen für private Schwimmschulen: Steigende Lasten drohen den Schwimmunterricht unbezahlbar zu machen.

  • Strukturelle Abstimmung: Kommunen müssen verpflichtet werden, mit allen anerkannten Anbietern ins Gespräch zu gehen, damit Zusammenarbeit nicht unverbindlich bleibt.


  • Fazit: ein Schritt nach vorn, aber noch nicht genug

    Die angenommenen Anträge von Van Nispen und Mohandis markieren einen Wendepunkt: Schwimmsicherheit steht in Den Haag wieder auf der Agenda. Das ist ein Gewinn. Aber es ist erst der Anfang.

    Mit dem 10-Punkte-Plan der NSWZ liegt ein umfassender Fahrplan vor, der Ungleichheit angeht, Qualität sichert und die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Anbietern stärkt. Nur wenn wir diese ganze Breite mitdenken, können wir garantieren, dass jedes Kind in den Niederlanden sicher schwimmen lernt.

    Die Politik hat nun die erste Tür geöffnet. Es liegt an uns allen – Staat, Kommunen, Schulen und Schwimmanbietern – gemeinsam hindurchzugehen.


    🔗 Der vollständige 10-Punkte-Plan der NSWZ ist zu finden unter: nswz.nl/10puntenplan

    Wie sehen Sie das? Reichen die angenommenen Anträge aus, oder sind ein Nationaler Schwimmunterrichtsfonds und ein gesetzlicher Schwimmunterrichts-Anspruch der nächste Schritt? Teilen Sie Ihre Meinung unten mit.

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