Die Entscheidung des Schwimmbads in Renkum, das von @Optisport Nederland betrieben wird, Shampoo und Duschgel zu verbieten, wurde vom Standortleiter als nachhaltige Initiative präsentiert. Aber seien wir ehrlich: Diese Maßnahme hat wenig mit Nachhaltigkeit zu tun und alles mit Kostenersparnis. Es ist eine ganz gewöhnliche Sparmaßnahme, die als Schritt hin zu mehr Umweltschutz und einem verbesserten Schwimmerlebnis verpackt wird.
Die ‚positive‘ Wendung: weniger Rutschgefahr und schneller nach Hause
Laut Optisport führt das Verbot von Duschgel zu weniger rutschigen Böden und kürzeren Duschgängen, sodass die Menschen schneller nach Hause gehen. Aber was sagt das eigentlich aus? Es klingt, als sähe der Betreiber es als Vorteil an, wenn Kunden schneller wieder verschwinden. Das ist keine Serviceverbesserung, sondern eine subtile Art, Kunden hinauszudrängen. Zudem hat ein Schwimmbad eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Besuchern. Die Sicherheit in den Duschräumen – etwa Rutschgefahr zu vermeiden – gehört schlicht zu ordentlicher Wartung und angemessenem Betrieb. Darauf sollte kein Kunde verzichten müssen.
Vergleiche mit dem Rauchverbot gehen völlig daneben
Der Vergleich mit dem Rauchverbot in der Gastronomie ist geradezu haltlos. Rauchen in einem öffentlichen Raum schädigt unmittelbar die Gesundheit anderer. Die Verwendung von Duschgel und Shampoo in einem Schwimmbad hingegen schadet niemandem – es sei denn, wir betrachten Seife nun als kollektiven Feind. Außerdem gibt es hier keinen Gesundheitsgewinn, sondern lediglich niedrigere Heizkosten und weniger Wasseraufbereitung.
Irreführende Argumente: Sag, was du wirklich meinst
Optisport behauptet, dies trage zur nachhaltigeren Wassernutzung bei und bereite die Schwimmer schon einmal auf zukünftige Wasserwiederverwendung vor. Aber tun wir doch nicht so, als wäre das der Hauptgrund. Das eigentliche Ziel ist simpel: Heiz- und Reinigungskosten sparen. Wenn das der wahre Grund ist, dann sollte man auch ehrlich dazu stehen. Kunden verdienen Transparenz statt einer getarnten Nachhaltigkeitsgeschichte.
Was bedeuten diese Regeln für die Kunden?
Für viele Menschen ist ein Schwimmbadbesuch mehr als nur ein Stündchen Schwimmen. Es ist ein Moment der Entspannung, oft einschließlich einer gründlichen Dusche und Haarwäsche im Anschluss. Gerade für Familien oder Menschen mit einem kleineren Geldbeutel, die zu Hause manchmal weniger Zugang zu warmem Wasser oder großzügigen Duschräumen haben, kann ein Schwimmbad ein wichtiger Bestandteil ihrer Routine sein. Ausgiebiges Duschen zu unterbinden, macht das Schwimmbad für diese Zielgruppe weniger attraktiv. Und ja, vielleicht duschen die Leute dann eben zu Hause – aber das bedeutet zusätzlichen Energieverbrauch für sie, obwohl sie bereits für den Zugang zum Schwimmbad bezahlen.
Ein Schwimmbad muss einladend sein und keine Hürden schaffen
Schwimmbäder sind nicht nur für Sportler und Erholungssuchende da, sondern auch für Familien, ältere Menschen und Menschen mit begrenztem Budget. Einen ausgiebigen Duschgang mit Seife und Shampoo zu unterbinden, ist ein Rückschritt in Sachen Kundenorientierung. Schwimmbäder sollten ein Ort sein, an dem sich Menschen willkommen fühlen – und kein Ort, der Kunden mit Sparmaßnahmen im Nachhaltigkeitsmantel vergrault.
Fazit: Sei ehrlich zu deinen Entscheidungen
Anstatt irreführende Argumente zu bemühen, könnte Optisport einfach offen über die finanziellen Gründe hinter diesen Maßnahmen sprechen. Dann können die Kunden selbst beurteilen, ob sie diese Entscheidungen akzeptieren. Denn letztlich geht es nicht um weniger rutschige Böden oder ‚schneller nach Hause‘, sondern um niedrigere Kosten. Und diese Ehrlichkeit ist wohl das Mindeste, was man von einem Schwimmbad erwarten darf.
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