Unvollständige Berichterstattung über Schwimmkurse in den Niederlanden
Der kürzlich veröffentlichte Beitrag des NOS über die steigenden Kosten für Schwimmkurse und die wachsende Zahl von Kindern ohne Schwimmabzeichen hat viel Aufmerksamkeit erregt. Doch der Artikel zeichnet ein einseitiges und unvollständiges Bild der aktuellen Lage in der Schwimmbranche und schließt damit eine ganze Gruppe innerhalb dieser Branche aus.
Es stimmt, dass Schwimmkurse teurer geworden sind – bei manchen Anbietern stärker als bei anderen. Bedauerlich ist, dass die nicht subventionierten kommerziellen Schwimmschulen dabei völlig außer Acht gelassen werden. Genau diese haben in den vergangenen Jahren eine Krise nach der anderen überstanden, ohne auch nur einen Cent an Unterstützung zu erhalten. In diesem Artikel liegt der Fokus ausschließlich auf den halbkommerziellen Betreibern in kommunalen Immobilienbädern und auf den Kommunen selbst. Die mittelständischen Betriebe der Schwimmbranche werden – auch in diesem Beitrag – überhaupt nicht berücksichtigt.
Ein verzerrtes Bild
Laut Remco Hoekman, Direktor des Mulier Instituut, ist Schwimmsicherheit für alle Kinder unverzichtbar, und sie müssen die Möglichkeit haben, ihre Abzeichen A, B und C zu erwerben. Die Zahlen des CBS zeigen, dass der Anteil der Kinder ohne Schwimmabzeichen von 6 Prozent im Jahr 2018 auf 13 Prozent im Jahr 2022 gestiegen ist. Bei den ärmsten 20 Prozent der Familien besitzt sogar ein Viertel der Kinder überhaupt kein Schwimmabzeichen. Diese Zahlen sind alarmierend – doch sie erzählen nicht die ganze Geschichte.
Wir haben bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Zahlen unvollständig sind, weil die kommerziellen Anbieter bei dieser Untersuchung nicht einbezogen werden. Dabei unterrichten die kommerziellen Anbieter ein Drittel aller Kinder in Schwimmkursen – und werden immer wieder übergangen. Genau hier beginnt das große Problem in der Schwimmbranche: Indem man die kommerzielle Seite ausschließt und die Interessen der Schwimmschulen und kommerziellen Bäder nicht anerkennt, entsteht ein verzerrtes Bild – für die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für die Politik. Solche Aussagen, die letztlich eine Zusammenführung verschiedener Untersuchungen der vergangenen Monate darstellen, verbreiten eher ein Angstszenario als eine konstruktive Lösung für die Zukunft.
Der Preis eines Schwimmkurses
Eine Umfrage von Nieuwsuur bei dreißig kommunalen Schwimmbädern zeigt, dass die Preise deutlich gestiegen sind. Seit 2018 müssen Eltern im Durchschnitt fast 30 Prozent mehr für Schwimmkurse bezahlen, in einigen Kommunen sogar bis zu 70 Prozent mehr. Wo man früher noch 9 Euro pro Schwimmstunde zahlte, sind es heute rund 12 Euro. Um das A-Abzeichen zu erlangen, braucht man etwa sechzig Stunden. Diese Kosten führen zu Stress und Unsicherheit in Familien mit geringen finanziellen Mitteln, sodass manche Eltern beschließen, die Schwimmkurse für ihre Kinder ganz zu beenden.
Es ist ein Weg, die erschütternden Geschichten von Menschen, die sich Schwimmkurse nicht leisten können, in den Vordergrund zu stellen. Man könnte aber auch innerhalb der Branche zusammenarbeiten, um die Opferrolle abzulegen und – zunächst einmal abseits der Politik – die drei Kolleginnen und Kollegen der Schwimmbranche anzuerkennen: die Kommunen, die halbkommerziellen Betreiber sowie die kommerziellen Schwimmschulen und Schwimmbäder. Dabei sollten auch die Vereine einbezogen werden, die eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Schwimmkursen spielen. Die 9 Euro pro Stunde findet man vor allem bei Vereinen, die mit Ehrenamtlichen arbeiten, oder bei subventionierten beziehungsweise betriebskostenerstatteten Anbietern, die ihre hohen Kosten und Verluste bei den Kommunen abschreiben können.
Schwimmschulen kommen da nicht einmal in die Nähe – erst recht nicht nach den Krisenjahren der vergangenen Zeit.
Ungleiche Subventionen
Die gestiegenen Preise gehen vor allem auf die höheren Energiekosten zurück: Es kostet viel Energie, das Wasser sauber und warm zu halten. Um den Bädern zu helfen, richtete der Staat 2022 einen Notfonds über 207 Millionen Euro ein. Doch neben den Energiekosten stellen auch die gestiegenen Personalkosten und der Mangel an Bademeistern große Probleme dar. Viele Kommunen arbeiten mit (Sport-)Fonds zusammen, um Eltern zu unterstützen, die sich die Kurse nicht leisten können. Diese können einen Teil oder den vollen Betrag erstattet bekommen. Allerdings kann nicht jedes Kind eine Erstattung erhalten, und nicht jede Kommune bietet Schwimmzuschüsse an. Das Mulier Instituut hält das für unerwünscht und plädiert für einen breiteren Zugang zu Armutsregelungen.
Die Rede von einem Notfonds, von SPUKIJZ, von der TEK-Regelung und so weiter – all das wurde in den vergangenen Jahren ausschließlich für kommunale Bäder und halbkommerzielle Betreiber geschnürt, um die kommunalen Immobilienbäder offenhalten zu können. Das hat zu einem extremen Unterschied zwischen den Kommunen und halbkommerziellen Anbietern einerseits und den echten kommerziellen Betrieben andererseits geführt, die sämtliche Kosten selbst tragen mussten – unter anderem, indem sie die Preise drastisch erhöht haben. Das verzerrte Bild, das aus diesem Artikel entsteht, lautet: Es sei alles getan worden. Ja – für die kommunalen Immobilienbäder und ihre halbkommerziellen Betreiber.
Eine faire Lösung
Es ist höchste Zeit, dass die Verteilung von Subventionen und Hilfsmaßnahmen in der Schwimmbranche gerechter erfolgt. Die Anerkennung kommerzieller mittelständischer Anbieter und die Schaffung eines gleicheren und bezahlbareren Umfelds für Schwimmkurse ist entscheidend. Ein grundlegender Umbau der Subventionierung – darunter der Jeugdfonds Sport en Cultuur, bei dem nicht die Kommune bestimmt, wo Kinder schwimmen dürfen, sondern die Eltern das selbst entscheiden können – wäre ein wichtiger erster Schritt.
Kurz gesagt: Lassen Sie uns eine inklusive Lösung anstreben, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt, damit Schwimmkurse bezahlbar bleiben und Schwimmsicherheit für alle zugänglich ist. Es ist an der Zeit, dass die kommerziellen Schwimmbäder und Schwimmschulen die Anerkennung und Unterstützung erhalten, die sie verdienen.
Quellen:
nos.nl - Zwemles steeds duurder, experts vrezen voor ...
linkedin.com - Edwin Plessius - Hoe leert mijn kind sneller zwemmen
lokaleregelgeving.overheid.nl - CAR/UWO - Lokale wet- en regelgeving
metronieuws.nl - Zwemles wordt duurder, meer kinderen zonder zwemdiploma
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