Die Coronakrise hat in vielen Branchen tiefe Wunden hinterlassen. Das „Normale“ ist längst nicht mehr so normal. Die alte, vertraute Grundlage wurde von den massiven Auswirkungen auf den Betrieb der jeweiligen Branche überrollt. Die getroffenen Entscheidungen erweisen sich als die falschen, und die Zielgruppe, für die man eintreten müsste, fühlt sich „teilweise“ im Stich gelassen. Nehmen wir die Gastronomie mit ihrer Koninklijke Horeca Nederland. Eine Institution, die für ein breites Spektrum an Gastronomiebetrieben eintreten soll. Am Ende zeigt sich, dass das Ergebnis der vielen Gespräche noch immer nicht ausreicht, um die Gastronomie zu öffnen. Und das, obwohl dies in allen umliegenden Ländern der Fall ist.
Werfen wir nun einen Blick auf die Schwimmbadbranche. Eine Institution, die seit Jahrzehnten nach demselben Muster funktioniert. Da ist das Ministerium, darunter ein Subventionsgeber für kommunale Immobilien, und beide sind auch für die Subventionen der Branchenverbände von Bedeutung. Die Interessen des großen Geldes sind enorm. Dadurch verblassen die eigentlichen Interessen ins Nichts. Die Schwimmbadbranche sollte für die gesamte Schwimmbadwelt da sein. Während der gesamten Pandemie hat sich allerdings gezeigt, dass sie nicht für jeden eingetreten ist. Ein häufig vergessener und unglaublich wichtiger Bereich waren unter anderem die Schwimmkurse. Ein Schwimmbad ausschließlich für Schwimmkurse offen zu halten kostet nämlich Geld. Wer also an den Geldbeutel denkt, muss die Schwimmbäder geschlossen halten – hier kommt das große Geld ins Spiel. Und noch etwas anderes: Warum hat die „Branche“ dem CTB einfach so zugestimmt? Das CTB als Prestigeobjekt des VWS, das übrigens auch die Subventionen für die kooperierenden Branchenverbände organisiert, widerspricht man nicht einfach. Man legt sich nicht mit dem eigenen Subventionsgeber an, wenn dabei Fördergelder auf dem Spiel stehen.
Kurz gesagt: Die Institution „kooperierende Schwimmbadbranchenverbände“ dreht sich seit Jahren um Geld und Macht. Ein schlechter Ratgeber, wenn es um die tatsächlichen Nutzer geht. Hätten die „Branchenverbände“ wirklich für ihre Nutzer eingestanden, wäre es nie so aus dem Ruder gelaufen. Man denke dabei an die Schließungen und das CTB für Schwimmbäder und für Eltern von Schwimmschülern. Wie konnte es so weit kommen, dass Sport und vor allem Sicherheit als Spielball des VWS eingesetzt wurden, um die Impfung zu fördern? Das Gericht entschied, dass die Aktivität Schwimmunterricht als Bildungsaktivität eingestuft werden kann. Damit wäre der Schwimmunterricht vom CTB befreit gewesen. Die kooperierenden Verbände hätten hier gut ansetzen und wirklich etwas für alle Schwimmschulkinder bewirken können. Aber nein, es wurde Gegenwind gegeben – denn man kann dem VWS ja nicht offen in den Rücken fallen. Eine Branche, für die man sich meiner Meinung nach in Grund und Boden schämen kann.
Wenn ich nun auf zwei Jahre Kampf gegen die Regierung zurückblicke, die in Bezug auf die Folgeschäden Scheuklappen zu tragen scheint, ist die Kluft nur noch größer geworden. Die Subventionen wurden für die mitwirkenden Parteien aufgestockt, es wird stoisch weitergearbeitet, und die Kollateralschäden wie der Ausschluss Tausender Kinder durch das CTB werden in Kauf genommen. Diese „kooperierenden Parteien“ sind nicht mehr zeitgemäß. Die Branche braucht einen radikalen Neuanfang, und die kommerziellen Anbieter von Schwimmkursen, deren Ziel es ist, wirklich zur Schwimmsicherheit beizutragen, brauchen eine gewichtige Stimme gegenüber der alten Garde. Lasst Schwimmsicherheit und die Zukunft des Schwimmunterrichts nicht länger nur hinter einem verstaubten Schreibtisch entstehen. Beginnt als Politik das Gespräch über die Reorganisation und die Zukunft der Schwimmsicherheit mit den Parteien, die wirklich zukunftsorientiert sind.
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