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Der KNZB stellt eigene Interessen über die der Schwimmbranche

Von Shiva de Winter · 21. Oktober 2021

Ursprünglich auf LinkedIn veröffentlicht am 21. Oktober 2021 · von Shiva de Winter, De WaterExpert.

Bei seinem Amtsantritt als Direktor des Koninklijke Nederlandse Zwembond (KNZB) hat sich Aschwin Lankwarden einige Ziele gesetzt. Einige Jahre später zeigt sich, dass diese Ziele verfehlt wurden – und unter anderem sein Einsatz hat zu einer extremen Spaltung des niederländischen Schwimmunterrichtswesens geführt.

Die destruktive Haltung gegenüber den Stakeholdern der Schwimmbranche hat dazu geführt, dass gerade in der Corona-Zeit die große Kluft zwischen den Lagern deutlich zutage getreten ist. Der KNZB kann auf landesweite Unterstützung zählen. Die übrigen Interessenverbände müssen selbst sehen, wie sie – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – den Kopf über Wasser halten.

Die verbindende Rolle des KNZB

Der KNZB schießt über sein Ziel hinaus. Wo die Organisation eine verbindende Rolle einnehmen und wie ein Schirm über allen Interessengruppen stehen sollte, wiegt das Eigeninteresse schwerer als das Interesse der gesamten Schwimmbranche. Das Ziel, zu verbinden, scheint an den Rand gedrängt worden zu sein, und das Geldverdienen hat offenbar die Oberhand gewonnen.

Der KNZB während der Corona-Zeit

Während der Corona-Krise wurde eine Projektgruppe ins Leben gerufen, um über Protokolle zu sprechen, die auf nationaler Ebene gelten sollten. Der KNZB stand dabei an der Spitze und besprach die Problematik gemeinsam mit der NRZ (Nationale Raad Zwemveiligheid), der WiZZ (Vereniging werkgevers in Zwembaden en Zwemscholen) und der VSG (Vereniging Sport en Gemeente). Obwohl die Projektgruppe nach außen den Eindruck erwecken wollte, dass alle Stakeholder dasselbe Interesse und damit ein gleichermaßen großes Mitspracherecht hätten, sah die Praxis anders aus.

Anbieter von Schwimmdiplomen reichen sich die Hand

Die verschiedenen Anbieter von Schwimmdiplomen haben ihre eigene Diplomlinie entwickelt. Das liegt daran, dass die Linie von KNZB und NRZ nicht mit den praxisnäheren und daher oft höheren Qualitätsanforderungen übereinstimmt, die sie bieten. Indem KNZB und NRZ vorgeben, das einzige „national anerkannte“ Diplom zu besitzen, behaupten sie, die übrigen Diplome würden die Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen. Hinzu kommt das Problem, dass Vorstandsmitglieder des KNZB zwei Hüte aufhaben. Sie sind nicht nur Vorstandsmitglied des KNZB, sondern auch der NRZ. Der KNZB will erst dann zu einer Anerkennung übergehen, wenn die NRZ die übrigen Branchenorganisationen kontrollieren darf. Diese Verflechtungen finden sich auch in anderen Interessenverbänden wieder, etwa bei der WiZZ, in deren Vorstand große kommerzielle Betreiber sitzen.

Bei einem kommerziellen Anbieter würde das anders laufen – denn dieser überlebt nicht, wenn aus Sicht des Kunden keine Qualität geliefert wird. Darüber hinaus tendiert die Arbeitsweise von KNZB, NRZ, WiZZ und Konsorten zu monopolistischem Verhalten innerhalb der Schwimmbranche. Das entsprechende Verbot ist sogar in der europäischen Gesetzgebung verankert.

Zudem heißt es im beigefügten Artikel, das Geschäftsmodell sei für alle Parteien größer, wenn alle weiterhin schwimmen (siehe: Anmerkung für die Redaktion). Damit ist vermutlich gemeint, dass die subventionierten Organisationen ihr Geschäftsmodell nicht im Griff haben. Für die kommerzielle Hälfte lautet die Devise wörtlich: innovieren oder untergehen. Angesichts der immer noch wachsenden Zahl privater Schwimmschulen stellt sich durchaus die Frage, inwieweit der Steuerzahler bereit ist, Geld für etwas auszugeben, das die Privatwirtschaft höchstwahrscheinlich besser geregelt hat.

Natürlich gibt es in dieser Schwimmbadbranche Bereiche, die ohne zusätzliche Mittel keine Überlebenschance haben. Aber Hand aufs Herz: Braucht wirklich jede Gemeinde ein geldverschlingendes 25- oder gar 50-Meter-Becken? Vielleicht sollte sich der KNZB stärker darauf konzentrieren, statt sich in eine Branche einzumischen, in der er wenig Expertise besitzt. Ein Rat an den amtierenden Direktor, dies anzugehen, bevor der Schaden im Schwimmunterrichtswesen noch größere Ausmaße annimmt.

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