Im Jahr 2023 stieg die Zahl der Ertrinkungsfälle in den Niederlanden auf besorgniserregende Weise an – mit 98 Todesopfern. Besonders die Gruppe der über 60-Jährigen erweist sich als gefährdet, doch auch Einzelfälle wie Menschen, die ins Wasser fallen, während sie ihr Handy retten wollen, werden immer häufiger gemeldet. Die niederländische Stiftung für Wasser- und Schwimmsicherheit (NSWZ) möchte dieses Thema genauer beleuchten.
Überschätzung der eigenen Schwimmfähigkeiten: Ein unterschätztes Problem
Viele Menschen glauben, ihre Schwimmfähigkeiten seien ausreichend, weil sie in ihrer Jugend Schwimmunterricht hatten. Doch wie sicher sind wir eigentlich im Wasser? Das ist eine Frage, die viel zu selten gestellt wird. Es zeigt sich, dass viele Menschen ihr eigenes Können deutlich überschätzen. Ein paar Züge hin und her nennen wir gerne „gemütliches Planschen“, aber das hat mit echter Schwimmsicherheit nichts zu tun. Wir müssen anerkennen, dass die Fähigkeiten, die wir vor Jahrzehnten gelernt haben, möglicherweise nicht mehr ausreichen, um uns vor den Kräften der Natur zu schützen – etwa vor Strömungen, kaltem Wasser und ablandigem Wind.
Schwimmen ist mehr als nur Arme und Beine bewegen
Jeder erfahrene Bademeister kann bestätigen, dass viele Schwimmer nur mäßige Techniken beherrschen. Häufig sehen wir falsche Antriebsbewegungen und einen ineffizienten Gebrauch der Gleitphase, wie beim weit verbreiteten „Scherenschlag“. All das trägt zu einem trügerischen Sicherheitsgefühl im Wasser bei. Es ist wichtig zu begreifen, dass der Schwimmstil, den man einst gelernt hat, nicht immer ausreicht, um sich selbst zu retten.
Bewusstsein und Ausbildung: Schlüssel zur Sicherheit
Die NSWZ betont, dass es weniger darum geht, erneut Schwimmunterricht zu nehmen, sondern vielmehr darum, sich der eigenen aktuellen Fähigkeiten bewusst zu werden. Wir ermutigen die Schwimmbranche, sich einer neuen Zielgruppe zuzuwenden: Schwimmkurse für Erwachsene. Auch wenn manche Menschen eigensinnig sind – mit der richtigen Anleitung und einer angenehmen Atmosphäre können Erwachsene ihre Schwachstellen erkennen, ohne sich wie Kinder behandelt zu fühlen.
Ein Appell an die Schwimmsicherheit
Wir rufen alle dazu auf, über ihr eigenes Verhalten und ihre Schwimmfähigkeit nachzudenken – gerade angesichts der alarmierenden Ertrinkungszahlen. Stellen Sie sich die Frage: Halten Sie sich für einen erfahrenen Schwimmer, und wie gut sind Sie wirklich? Schwimmen Sie nicht wie früher gedankenlos bis zur Boje hinaus. Seien Sie sich der Kräfte der Natur bewusst, die immer für Überraschungen sorgen können – bei Jung und Alt gleichermaßen.
Lassen Sie uns gemeinsam an einer sicheren Wasserumgebung arbeiten, indem wir unsere Schwimmfähigkeiten kritisch hinterfragen und uns auf das vorbereiten, was die Natur bereithalten kann. Der Anstieg der Ertrinkungsfälle lässt sich nur umkehren, wenn wir ehrlich mit unseren Grenzen umgehen und aktiv an Verbesserungen arbeiten.
Den vollständigen Nachrichtenartikel finden Sie hier: Ertrinkungszahlen 2023: 98 Menschen ertrunken, über 60-Jährige und Männer sind gefährdet.
- Ein Kopfsprung. Ein gebrochenes Genick. Ein Leben für immer verändert – und warum das in den Niederlanden zu oft passiert2026-05-15
- Schwimmsicherheit in den Niederlanden? Ein trügerisches Gefühl von Sicherheit – leider mit mitunter tödlichen Folgen2025-05-01
- Der Sommerurlaub beginnt in nur 5,5 Monaten. Kannst du eigentlich schwimmen?2024-01-10
Vertiefende Expertenartikel in der Wissensdatenbank ansehen →