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Von einem Vater erdachte 'Rettungsweste' vermittelt Eltern trügerische Sicherheit

Von Shiva de Winter · 28. Juli 2021

Ursprünglich auf LinkedIn veröffentlicht am 28. Juli 2021 · von Shiva de Winter, De WaterExpert.

Mit einigem Erstaunen habe ich die Einführung von Fibby verfolgt. Eine von einem Vater erdachte 'Rettungsweste' für Kinder. Die Argumentation bei der Vorstellung lässt einen die Stirn runzeln, denn hier ist die Rede von einer natürlichen Schwimmhaltung und der Wassersicherheit der Kinder dieses Vaters. Grundsätzlich ist daran nichts auszusetzen.

Nur geht es laut der Website um Kinder im Alter von 2, 3 und 4 Jahren. Das dabei gezeichnete Bild ist, dass diese Selbsthilfe die Lösung gegen das Ertrinken sein soll, weil Kinder eben manchmal aus den Augen verloren werden. Ist das wirklich der richtige Weg, um auf das Problem aufmerksam zu machen? Eine Art oranger Rucksack auf dem Rücken, der sich mitbewegt, sobald ein Kind unterzugehen droht? Oder handelt es sich um eine Form trügerischer Sicherheit, in der Eltern die Hoffnung setzen, sich weniger Sorgen um ihre Kinder machen zu müssen? Das zeigt unter anderem das Crowdfunding, mit dem die Entwicklungskosten gedeckt werden sollen und das bereits weit über dem angestrebten Betrag liegt.

Dass Dinge zur Schwimmsicherheit erdacht werden, ist natürlich eine gute Sache. Das Problem ist, dass Menschen nun fälschlicherweise den Eindruck bekommen, dies sei das ideale System gegen das Ertrinken. Dort steht geschrieben: Deshalb erfand er Fibby, ein Hilfsmittel, das Kinder auf dem Rücken tragen. "Durch den Kippmechanismus werden Kinder in ihre natürliche Schwimmhaltung gedrückt. Aus ihrem Instinkt heraus beginnen sie dann von selbst zu strampeln, selbst schon in ganz jungem Alter."

Als langjähriger Praktiker mit reichlich Erfahrung weiß ich: Kinder von 2, 3 und 4 Jahren, die noch keinen Schwimmunterricht haben, wackeln aus einem Automatismus heraus mit den Beinen. Diese Wackelbewegung erzeugt eine Abwärtsbewegung, durch die man nach unten gezogen wird. Nun mag Fibby hier helfen, dies zu verhindern, aber wie der Vorsitzende der Nijmeegse Reddingsbrigade warnt: "Wenn Kinder das Bewusstsein verlieren, kippen sie mit Fibby sofort nach vorne, mit dem Gesichtchen ins Wasser." Durch den Kippmechanismus wird das Kind nämlich automatisch in diese Position gedrückt.

Ich bin der Ansicht, dass den Menschen ein viel zu schönes Bild dieses Systems in Bezug auf die Sicherheit vorgesetzt wird. Es soll besser funktionieren als Schwimmflügel. Damit kann ich mich durchaus anfreunden. Aber Schwimmflügel sind auch nötig, um anzuzeigen, dass Kinder kein Schwimmabzeichen haben und nicht schwimmfähig sind. Ich habe den Eindruck, dass dieses System an einem vollen Strand zwischen all den Menschen sein Ziel verfehlt – im Gegensatz zu den knallorangen Schwimmflügeln. Ganz abgesehen davon, dass das Marketing des Produkts den Eindruck erweckt, die Kinder bekämen damit gleich Schwimmunterricht dazu. Der Grundschlag und die Erwartungen der Eltern sind dann schon negativ beeinflusst, bevor die Kinder überhaupt mit dem Schwimmunterricht beginnen.

Wie ich bereits sagte, halte ich die Zusammenarbeit von Verbänden und Rettungsbrigaden für so wichtig, um die Menschen für die Gefahren zu sensibilisieren. All die losen Schüsse, die derzeit ins Blaue abgefeuert werden, verfehlen ihr Ziel, und die Schwimmsicherheit im Allgemeinen steht auf dem Spiel. Schwimmsicherheit beginnt beim Bewusstsein und der Anerkennung der Gefahren des Wassers. Danach kann man weiterschauen. Feuert nicht zu viele lose Schüsse ab, die den Menschen dieses Bewusstsein vernebeln. Packt es an der Wurzel an.

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