Ein vielbesprochenes Thema auf dem Schulhof: „Mein Kind hat gerade angefangen und in der ersten Stunde schon so viel gelernt.“ „Mein Kind ist schon in die nächste Gruppe aufgestiegen.“ „Mein Kind fand es sehr aufregend, aber die Lehrerin ist wunderbar damit umgegangen, und es ging lachend nach Hause.“ „Mein Kind hat die ganze Stunde mit einem Lächeln mitgemacht.“
Das sind die ganz normalen Gespräche zwischen Eltern, wenn es um den Schwimmunterricht geht. Es ist ein Prozess, den Eltern und Kinder gemeinsam durchlaufen und in dem der Stolz eines Kindes zum Vorschein kommt. „Schau mal, Mama, was ich geschafft habe!“ oder „Schau, Papa, ich bin in die nächste Gruppe gekommen!“ Die Begeisterung – ob nun ein wenig gespielt oder nicht – gehört zu diesem Prozess dazu. Kinder wollen, dass ihre Eltern stolz auf sie sind.
Was aber, wenn nach jeder Stunde nur eine knappe Zusammenfassung kommt, erzählt vom eigenen Kind, aus der die Eltern selbst herauslesen müssen, wie es tatsächlich läuft? Was, wenn ein Kind es so aufregend fand, dass es die ganze Stunde geweint hat? Was, wenn ein Kind gestürzt ist und Schmerzen hat? Was, wenn die Lehrerin oder der Lehrer streng zu Ihrem Kind war – ob berechtigt oder nicht –, aber genau dieser letzte Zusatz fehlt und Sie keine Ahnung haben, warum Ihr Kind so still ist? Es geht um die ganz normale Kommunikation zwischen Eltern, Kindern und den Lehrkräften oder der Koordinatorin, die dazugehört und dazugehören muss. Ängste gibt es bei Kindern genauso wie bei Eltern. Daran kann und darf man nicht vorbeigehen.
Mit Verwunderung habe ich gestern Abend ein Video des Bürgermeisters von Emmen, Eric van Oosterhout, gesehen. Er reagierte auf den Wirbel, der rund um den QR-Code in Schwimmbädern entstanden ist – und auf die Eltern, die aus welchen Gründen auch immer keinen QR-Code vorlegen können oder wollen. Seine Antwort war kühl und geschäftsmäßig. Etwas, das meiner Meinung nach für einen Bürgermeister in diesem Fall nicht angemessen ist. Van Oosterhout ist seit fast fünf Jahren Bürgermeister von Emmen. In einem Interview, das er bei seinem Amtsantritt gab, sagte er einige interessante Dinge: „Meine Leidenschaft ist die Bildung. Schon seit meiner Studienzeit beschäftige ich mich damit. Meine erste Stelle hatte mit Kindern zu tun, die einen Bildungsrückstand hatten. Das war in der Region Delfzijl. Gleiche Chancen für alle.“ So Van Oosterhout in einem Interview mit der Emmer Courant vom 14. März 2017.
„Aus Sicht der öffentlichen Gesundheit ist es nach wie vor sinnvoll, den QR-Code beizubehalten und am Eingang des Schwimmbads zu kontrollieren“, führte Van Oosterhout in seiner Argumentation weiter aus. Meiner Meinung nach ist aus der Untersuchung der TU Delft gerade hervorgegangen, dass die Sache durchaus ihre Haken und Ösen hat. Ich würde Bürgermeister Van Oosterhout gerne persönlich treffen, um ihm zu erklären, welche Bedeutung der Schwimmunterricht hat: die Begleitung durch ein Elternteil, der Prozess, den Eltern und Kinder durchlaufen müssen, der Sicherheitsaspekt, die Bedeutung der Kontinuität für die Kinder und das Erlangen ihres ersten Abzeichens im Leben. Aber das sollte Van Oosterhout als Vater, der ebenfalls schon am Beckenrand gestanden hat, eigentlich wissen.
Ob man nun lange oder kurz darüber spricht – der Punkt bleibt: Die Menschen verlieren aus den Augen, dass es offenbar keinerlei Hinweis mehr darauf gibt, dass der Corona-Zugangsnachweis Sicherheit für die Menschen in diesem Raum bietet. Überall um uns herum stecken sich Menschen an. Mit zwei Impfungen und sogar mit der Booster-Impfung. Auf der Website gezondheidenwetenschap.be steht in einem Faktencheck dazu Folgendes: „Menschen, die eine Infektion mit dem Coronavirus hinter sich haben, entwickeln Antikörper gegen das Virus und sind für einen bestimmten Zeitraum immun. Diese Antikörper verschwinden jedoch allmählich, sodass eine erneute Infektion wieder zu Covid-19 führen kann. Außerdem wirken die Antikörper manchmal schlechter gegen neue Varianten des Coronavirus. Dasselbe gilt für die Impfung: Nach einer vollständigen Impfung ist man eine Zeit lang gegen Covid-19 geschützt, doch nach etwa einem halben Jahr kann eine Infektion einen dennoch wieder krank machen. Eine Auffrischungsimpfung verlängert diesen Zeitraum glücklicherweise erheblich. Die Impfung kann manchmal schlechter gegen neue Varianten schützen. Aus all diesen Gründen ist es wichtig, die Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, Abstand halten, das Tragen einer Maske wo nötig und das Lüften von Räumen weiterhin anzuwenden.“
Alles in allem kann man also mit oder ohne Impfung, mit Booster oder nach einer früheren Infektion genauso positiv getestet werden wie jeder andere. Vergleichbare Berichte finden sich beim NOS und in anderen Medien. Für die Sicherheit müssen wir es also nicht tun. Lasst Bürgermeister wie Eric van Oosterhout für ihre eigenen Einwohner einstehen und nicht dem Sprachrohr des Gesundheitsministeriums (VWS) folgen. Lasst Bürgermeister für die Kinder und ihre Eltern einstehen, die keine Stimme haben, aber in sechs Monaten durchaus im Wasser landen könnten. Bei über 30 Grad hält man kaum noch ein Kind davon ab, ins Wasser zu gehen.
Kurz gesagt: Lasst es nicht erst zu 300 Gerichtsverfahren kommen, damit Bürgermeisterinnen und Bürgermeister das Richtige für ihre Einwohner tun – und gemäß dem Urteil des Richters: „Der Eilrichter urteilt daher, dass das Hauptziel der Tätigkeit während des ‚Schwimmunterrichts‘ das Schwimmen ist. Nach Auffassung des Eilrichters handelt es sich dabei nicht um Sportausübung oder Vergnügen. Kinder gehen zum Schwimmunterricht, um im Interesse ihrer eigenen Sicherheit schwimmen zu lernen. Das Hauptziel ist der Erwerb der Schwimmfähigkeit und nicht das Sporttreiben. Schwimmunterricht ist also kein Sport.“
Der Richter spricht hier ganz klar über die Tätigkeit des Schwimmunterrichts. So sehr die Vereniging Sport en Gemeente, das Gesundheitsministerium (VWS) und die – ob nun beteiligte oder nicht – NCTV auch Kopf stehen mögen: Die Beschreibung des Richters bezieht sich hier auf die Tätigkeit im weiteren Sinne und nicht nur auf das Schwimmbad in Hilversum.
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