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Schwimmsicherheit · Expertenartikel von De WaterExpertDe WaterExpert
Von Shiva de Winter · De WaterExpert

Mehr Badeplätze machen uns nicht automatisch sicherer

Der Ruf nach mehr Abkühlungsplätzen ist an einem heißen Tag verständlich. Doch Bewusstsein und Schwimmfähigkeit wiegen schwerer als Beton — sonst bekämpfen wir nur die Symptome.

An jedem heißen Tag wird der Ruf nach mehr Badeplätzen laut. Verständlich, doch damit verwechselt man das Problem mit der Lösung: Die eigentliche Bremse liegt in der Schwimmfähigkeit und im Bewusstsein, nicht in der Zahl der Plätze.

Shiva de WinterSchwimmschulbetreiber · Vorsitzender der NSWZ · Gründer von De WaterExpert und WaterZeker · dreißig Jahre Schwimmunterricht, vierzehn Sommer als Bademeister

An jedem heißen Tag wird derselbe Ruf lauter: Gebt uns mehr Orte zum Schwimmen, mehr Abkühlung. Verständlich — bei Hitze zieht es die Menschen ans Wasser, und wo etwas schiefgeht, wollen wir schnell handeln. Doch nach dreißig Jahren am Wasser bereitet mir der Reflex dahinter Sorgen. Wir laufen Gefahr, das eigentliche Problem mit der Lösung zu verwechseln.

Wie ich schon früher geschrieben habe: Das Wasser hat sich nicht verändert, wir uns schon. Und der Kern liegt nicht in der Zahl der Orte, an denen man baden darf, sondern in dem, was Menschen können und begreifen, wenn sie ins Wasser gehen. Bewusstsein und Schwimmfähigkeit wiegen schwerer als Beton — und dafür gibt es drei Gründe.

Wir kämpfen gegen Windmühlen

Eine neue Badestelle ist keine Sicherheitsmaßnahme, wenn die Menschen, die dorthin kommen, nicht gut schwimmen können oder die Gefahr nicht einschätzen. Dann erhöht jede zusätzliche Stelle sogar das Risiko. Erst das Fundament — Schwimmfähigkeit, ein Gespür für kaltes und tiefes Wasser — und dann erst der Ort.

Bewusstsein skaliert, Beton nicht

Jedes Land zählt unzählige Gräben, Kanäle, Teiche, Flüsse und Seen. Es ist unmöglich, überall eine sichere, hergerichtete Badestelle zu bauen — und gerade an diesen unregulierten Gewässern geht es am häufigsten schief. Bewusstsein dagegen skaliert sehr wohl: Was Menschen lernen, nehmen sie an jedes Ufer mit, auch dorthin, wo nichts hergerichtet ist und niemand hinschaut.

Es verschiebt die Verantwortung

Je mehr wir das Problem mit Orten und Einrichtungen lösen wollen, desto leichter denkt man, Sicherheit sei etwas, das "geregelt" ist. Doch Wasser verhandelt nicht, und es schaut nicht, ob eine Stelle ordentlich hergerichtet ist. Eigenverantwortung — schwimmen können, nüchtern bleiben, sein Kind festhalten — bleibt die erste Verteidigungslinie.

Wo es schiefgeht, liegt das Problem selten an einem Mangel an Badestellen; es liegt an Fähigkeit und Bewusstsein. In den Niederlanden, wo ich arbeite, zeigt sich das gerade in voller Deutlichkeit: Der Schwimmunterricht steht unter Druck, und nicht jedes Kind lernt noch selbstverständlich gut schwimmen. Damit stehen die Niederlande nicht allein — in ganz Europa lassen sich vergleichbare Beispiele finden, vom rückläufigen Schwimmunterricht bis zu Kindern, die ohne Schwimmerfahrung aufwachsen, auch wenn das Bild je nach Land stark variiert. Dort liegt der Engpass, nicht in der Zahl der Stellen. Kein einziger neuer Badesee macht ein Kind sicherer, das nicht schwimmen kann.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin nicht gegen gute Badestellen — im Gegenteil, schöne und sichere Orte zum Schwimmen sind wertvoll. Doch sie sind der zweite Schritt, nicht der erste. Kehren wir die Reihenfolge um — erst Infrastruktur, dann der Mensch — dann bauen wir ein Land voller Einrichtungen, die das eigentliche Problem nicht berühren.

Richten wir die Energie also dorthin, wo sie am meisten bewirkt: schwimmen lernen, Gefahren einschätzen lernen und das Bewusstsein, dass offenes Wasser niemals selbstverständlich sicher ist. Investieren wir zuerst in Menschen, dann in Orte. Das ist an einem heißen Tag keine populäre Botschaft — aber es ist die Botschaft, die Leben rettet.

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Shiva de Winter
Über den Autor

Schwimmschulbetreiber · Vorsitzender der NSWZ · Gründer von De WaterExpert und WaterZeker · dreißig Jahre Schwimmunterricht, vierzehn Sommer als Bademeister.

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